Heimische Pflanzen!

Eine Empfehlung der Dorfgemeinschaft  für die Gestaltung des dörflichen Grüns.

Auszüge aus dem Dorferneuerungsplan (2011). Tabellen mit heimischen Pflanzen gibt es im Kapitel 08-Seite 145 .

Hausgärten

Der dörfliche Garten diente der Selbstversorgung der bäuerlichen Familie. Er zeichnete sichdurch Schlichtheit, Zweckmäßigkeit und Robustheit aus, denn nur so konnte er von der Bäuerin nebenher bearbeitet werden. Charakteristisch ist das Nebeneinander von Obst, Gemüse und Zierpflanzen. Diese Grundsätze sollten zum Erhalt ländlicher Gartentradition bei der Umgestaltung von Gärten beachtet werden.

VorhandeneLaubbäume und Obstbäumesollten unbedingt erhalten bleiben. Auf rechtzeitigeNachpflanzung sollte man achten. Alte Obstbäume lassen sich durch einen fachgerechten Schnitt oft noch einmal für lange Jahre verjüngen.Fehlt es an Fachleuten zur Durchführung der Pflegemaßnahmen, wird angeregt, die Bäume für Obstbaumschnittkurse (z.B. VHS) zur Verfügung zu stellen. Obstwiesen können als Patenschaften z.B. an Naturschutzverbände vergebenwerden. Für die Nachpflanzung und Neuanlage sollten hochstämmige Obstbäume robuster Sorten verwendet werden (siehe Liste). Das Grünland unter den Obstbäumen wurde traditionell zurBeweidung oder als Mähgut genutzt. Entfällt eine solche Nutzung, so kann die Grünmasse zweimal jährlich mit einem Schlegelmulchgerät gemulcht,zerkleinert und auf der Fläche verteilt werden.
Laubsträucher dokumentieren mit Blüten- und Fruchtschmuck sowieder Herbstfärbung besonders gut den jahreszeitlichen Wechsel. Da es auch herbst- und winterblühende Arten gibt, kann man durch eine geschickte Auswahl über das ganze Jahr verteilte Blühaspekte erzielen. Heimische Sträucher haben eine wichtige Bedeutung für den Artenschutz. Sie dienen beispielsweise als Nektarpflanze für Tagfalter und Bienen sowie als Nistplatz und Nährgehölz für Vögel.
Stauden sind dauerhafte Blütenpflanzen, die im Gegensatz zu den einjährigen Sommerblumenjedes Jahr wieder kommen. Typisch dörfliche Stauden sind u.a. Pfingstrose, Rittersporn und Tränendes Herz. Wildstauden, Farne und Gräser eignen sich gut für naturnahe pflegeleichte Pflanzungen. Ergänzend wirken Zwiebelpflanzen wie Winterling, Schneestolz, Schneeglöckchen,  Märzenbecher, Wildkrokus und Blaustern.
Auch über den Anbau von Obst und Gemüse sollte wieder nachgedacht werden. Dies muss nicht der große Gemüsegarten sein, schon einige Kräuter, Beerensträucher und Salat dienen als „Naschgarten“ und führen die Tradition der ländlich en Gartenkultur fort. Blühende Kräuter haben außerdem eine hohe Bedeutung als Nektarpflanzen. Bei der Pflege des Gartens lassen sich gemäß dem Motto „Weniger ist mehr“ Kraft, Zeit und Geld sparen. Gleichzeitig dient dies den dorfökologischen Zielen. In diesem Zusammenhang werden folgende Hinweise gegeben:
  • Laub sollte unter Sträuchern und zwischen Stauden liegen bleiben, wo es schützende Decken und Humus bildet.
  • Bodendeckende Staudenpflanzungen und Mulchdecken vermindern den Pflegeaufwand.
  • Statt Unkraut- und Insektenvernichtungsmittel zu verwenden, sollten die Nützlinge gepflegt werden, beispielsweise durch naturbelassene Ecken, Bau von Nisthilfen u.ä.
  • Bei Verzicht auf Düngung entwickelt sich bei den vorherrschenden Bodenverhältnissen ein artenreicher Extensivrasen. Margaritenwiesen können sich auf Teilflächen entwickeln, die nur zwei- bis dreimal jährlich gemäht werden.
  • Torf trägt entgegen der verbreiteten Meinung nicht zur Verbesserung des Bodens bei, sondern zur Versauerung. Mit Komposterde lässt sich hingegen ein fruchtbarer Gartenbodenentwickeln.
  • Dörfliche Pflanzengesellschaften können erhalten werden, wenn Randbereiche nur selten gepflegt werden.
Einfriedigungen
Als Einfriedigung zum Straßenraum sind in Dudensen vor allem Schnitthecken aus Weißdorn üblich, teilweise auch Hainbuche oder Rotbuche. Charakteristisch sind weiterhin Ziegelmauern. Seltener sind Holzstaketzäune zu finden. Sie haben schmale Latten (ca. 5 cm) und abgeschrägte, teilweise profilierte Köpfe.
Bei Erneuerung oder Ersatz der Einfriedigung sollten diese traditionellen Elemente verwendet werden. Holzstaketzäune können auch mit einem Ziegelsockel und -pfeilern kombiniert werden. Auf regionaluntypische Zäune wie Friesenzäune (weißlackiert, mit geschwungenen Lattenelementen), Bohlenzäune mit waagerechten Latten oder strukturierte Beton-Formsteine mit Zaunaufsatz sollte hingegen verzichtet werden. Dies gilt auch für Hecken aus Thuja (Lebensbaum), die einen abweisenden Charakter aufweisen und sichnicht in das alte Holz zurückschneidenlassen wie Laubhecken. Untypisch sind auch Hecken aus Kirschlorbeer.
Hofräume
Zur harmonischen Einbindung des Anwesens und zur Gliederung der Hoffläche dient ein großkroniger Hausbaum. In seinem Schatten findet sich eine angenehme Sitzgelegenheit. Früher spiegelte sich die Schutzwirkung des Hausbaumes auch in der Symbolik wider, indem z.B. bei glücklichen Ereignissen eine Linde gepflanzt wurde. In Dudensen sind die Hofbäume vor allem Eichen und Kastanien. Vereinzelt finden sich auch Linde, Blutbuche, Walnuss, Esche und Birke. Für eine Neupflanzung geeignet sind darüber hinaus auch Berg- und Spitzahorn sowie hochstämmige Obstbäume. In neuen Siedlungen können auch klein- und mittelkronige Bäume verwendet werden (siehe Empfehlungen unter Hausgärten).
Traditionell waren die Hofräume nur im erforderlichen Maß befestigt, teilweise mit einem Feldsteinpflaster, Ziegelpflaster und / oder Schotter. Bei erforderlichen Hofbefestigungen sollten diese Materialien verwendet weren. Daneben sind auch Granit- und Basaltpflaster, Grauwacke sowie ein qualitätvolles Betonsteinpflaster möglich, das auch als Rasenfugen-Pflaster verlegt werden kann. Für stark vom landwirtschaftlichen Verkehr beanspruchte Fläche muss ein Verbundpflaster verwendet werden, das jedoch beispielsweise durch unterschiedliche Farbgebung gegliedert werden sollte.